Sonntag, 28. August 2011

Am Anfang war die Nacht Musik

Walser, Alissa: Am Anfang war die Nacht Musik. Piper Verlag.

Es ist mir immer noch unbegreiflich, wie ich vor zwei Wochen ohne Bücher (!) in den Urlaub fahren konnte.
Vergessen, einfach vergessen!
Also gleich am ersten Tag: Nichts, wie los, um eine Buchhandlung zu suchen. Und gefunden: Dieses Buch, das schon seit dem Erscheinen auf meiner Wunschliste steht. Bestärkt durch die Buchhändlerin an der Kasse, dass ihr die Geschichte sehr gut gefallen habe, kam es also als Urlaubslektüre in Frage.
Tagsüber also Dresden und Umgebung 2011, abends im Bett dann Wien, Ende des 18. Jahrhunderts. Erzählt wird vom Arzt Messmer, der seine Patienten mit Magneten therapiert. Er bekommt nun den Auftrag, die blinde Pianistin Maria zu heilen. Schließlich passiert das Unglaubliche: Sie kann nach und nach wieder sehen. Doch die Schattenseite dieses Erfolgs ist, dass sie ihr Klasvierspiel verlernt. Was ist ihr nun wichtiger? Die Eltern sind erbost und holen sie umgehend aus der Magnet-Therapie zurück. Nicht nur der Verlust Marias zehrt an Messmer, auch muss er Schimpf und Schande seiner Kollegen und der Öffentlichkeit ertragen. Wofür aber wird sich Maria entscheiden?

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Leider hat man sie locker an einem Urlaubswochenende durch, sodass man traurig darüber ist, nicht noch länger im Wien um 1780 bleiben zu können. Die besondere Beziehung zwischen Patientin und Arzt hat mir darüber hinaus sehr gefallen. Die Entwicklung und die ständige Frage, ob und wie sie nach dem Weggang von Maria weitergehen wird, war der Motor dafür, warum ich das Buch so schwer aus den Händen legen konnte.
Die schöne Sprache + die Idee für eine Geschichte, die mir bis dato in dieser oder einer abgewandelten Form noch nicht begegnet war, machte das Buch für mich zu einem Lesegenuss!

Kommentare:

  1. Hey lieber Buchling (ich wusste gar nicht, dass die auch stricken *lach*),
    danke für deinen lieben Kommentar auf meinem Blog! Ich bin noch dabei, Martin Suter zu entdecken, "Small World" habe ich schon ganz lange im Auge - da wird es echt mal Zeit. Nach dem ganzen Geschreibe über "Lila, lila" bin ich aber auch ganz heiß darauf, das Buch mal wieder zu lesen... und dann doch mal den Film zu gucken! Und wenn du ihn schon so lieb empfiehlst, kann ich gar nicht nein sagen :-)
    Liebe Grüße von deiner Bücherdiebin!

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  2. Ich bin im Urlaub gar nicht so viel zum Lesen gekommen, wie ich eigentlich wollte... 100 Seiten fehlen mir immer noch von "Zwei an einem Tag". Der Erzählstil gefällt mir wirklich gut und auch sonst gefällt mir die Geschichte sehr... aber irgendwie werde ich mit Dexter nicht so ganz warm. Ich hoffe, das gibt sich noch. Wie war denn deine Erfahrung?
    Den Film werd ich mir trotzdem auf jeden Fall ansehen, schon allein weil ich Anne Hathaway gern mag (und die Emma im Buch ja auch sehr sympathisch ist)!
    Liebe Grüße!

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