Dienstag, 24. April 2012

Gelesen: Tiere essen

"Wenn wir schon nicht die Wahl haben, ohne Gewalt zu leben, dann können wir uns doch zumindest entscheiden, ob wir unser Essen auf Ernteerträge oder auf Schlachtprodukte, auf Landwirtschaft oder auf Krieg stützen wollen. Wir haben das Schlachten, wir haben den Krieg gewählt. Das ist die wahrste Version unserer Geschichte des Essens von Tieren. 
Können wir eine neue Geschichte erzählen?"

 



Eigentlich schon seit Tagen bin ich mit dem Lesen des Buches "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer fertig. Seitdem schleiche ich jedoch um den Computer, die fällige Rezension herum...

Ich muss nämlich gestehen: Das war keine einfache Lektüre für mich persönlich, auch wenn das Lesen fix ging. Noch immer schwirren mir durch das Lesen erzeugte Bilder und Fragen im Kopf herum, machen mich nachdenklich und rastlos...
Mir fällt diese Rezension sehr schwer; am liebsten würde ich laut rufen: "Komm, wir essen ab jetzt keine Tiere mehr!" Tief in mir drin ruft zumindest diese Stimme sehr laut. ("Du schaffst das! Du darfst keinen Rückfall haben!! Du musst etwas an deinen Essgewohnheiten ändern!!!")

Ihr seht, das Buch hat mich arg getroffen und aufgewühlt.
Das macht das Schreiben darüber nicht einfach, aber ich probiere es trotzdem gerne:

"Tiere essen" ist ein Sachbuch, das dadurch entstanden ist, dass der Autor Vater wurde und sich gefragt hat, was er seinem Sohn zu essen geben soll. Er recherchierte daraufhin Fangpraktiken von Fischen, besuchte Farmen und Ställe mit Massentierhaltung, sammelte Berichte über gängige Schlachtmethoden usw.
Dies alles verwebt Foer in diesem Buch immer wieder mit seinem eigenen Leben, seinem eigenen Essverhalten von Kindheit an bis heute. Man kann nicht anders, man fühlt sich direkt (emotional) angesprochen.




Von daher ist es keine trockene Daten- und Faktensammlung, in der sich Zahlen und Statistiken drängen, was das Lesen sehr angenehm macht. Dass es dennoch ein Sachbuch ist, lässt sich jedoch nicht leugnen - und das ist auch gut so: Quellen und hilfreiche Hinweise findet man am Ende des Buches, in der deutschen Ausgabe zudem ergänzt um die Lage in Deutschland (Foers Recherchen beziehen sich auf den US-amerikanischen Markt).

Das Buch macht nachdenklich, keine Frage... man sollte es gelesen haben.

"Wir können uns nicht mit Unwissenheit herausreden, nur mit Gleichgültigkeit. Wer heute lebt, gehört zu den Generationen, die es inzwischen besser wissen. Wir haben die Last und die Gelegenheit, in einer Zeit zu leben, in der die Kritik an der Massentierhaltung ins allgemeine Bewusstsein gedrungen ist. Wir sind diejenigen, die man zu Recht fragen wird: Was habt ihr getan, als ihr die Wahrheit über das Essen von Tieren erfahren habt?"

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