Sonntag, 20. Mai 2012

Gelesen: Sommerhaus mit Swimmingpool

Im vorletzten Jahr habe ich einen guten Beweis dafür erlebt, dass man sich einfach nie, nie, nie von einem Buchcover abschrecken lassen sollte! Es können einem ansonsten wirklich tolle neue Leseeindrücke verwehrt bleiben...

In meinem Beispiel handelte es sich konkret um "Angerichtet" von Herman Koch, das ich im November 2010 bereits als Lesetipp nannte.




Das Buchcover ist in meinen Augen einfach scheußlich und lieblos. Aber, wie so oft im Leben, kommt es ja auf den Inhalt an - und der hat mich wirklich noch lange Zeit nach dem Ende der Lektüre beschäftigt. Denn es war ein wirklich spannendes Buch, vom Anfang bis zum Ende. Und manchmal konnte ich gar nicht glauben, was ich da eigentlich las, so unerwartet kamen neue Details des beschriebenen Geschehens ans Tageslicht.
Einen kleinen Vorgeschmack auf den Inhalt findet ihr hier, falls ich euer Interesse wecken konnte.

Aber nun zu meinem eigentlichen Postinhalt, nämlich einer Rezension zum neuen Buch "Sommerhaus mit Swimmingpool" von Herman Koch, das ich wieder ratzfatz durch hatte und noch jetzt nachdenklich und berührt an den Inhalt denke.


Marc Schlosser ist beliebter Hausarzt, fürsorglicher Ehemann und Vater zweier jugendlicher Töchter. Dass er seinen Beruf teilweise mit einer gewissen Abneigung seinen Patienten gegenüber und mit Ekel vor den möglichen menschlichen Krankheiten ausübt, hat mich zu Beginn des Buches noch belustigt. Aber schnell wird einem klar: Irgendetwas ist da aus der Bahn geraten, ein gestorbener Patient wird einer Autopsie unterzogen; Marc Schlosser scheint ihn falsch behandelt zu haben.
Ist es wirklich "nur" eine Fehldiagnose gewesen? Eine falsche ärztliche Entscheidung zu einem bereits akuten Krankheitszustand?

Der Autor lässt uns deswegen in Rückblenden am vergangenen Sommerurlaub der Familie teilhaben, als sie noch mit eben diesem Patienten und dessen Familie einige Tage gemeinsam ein Sommerhaus bewohnten, die Kinder miteinander spielten und die Erwachsenen die Zeit am Pool verbrachten.
Dabei kippt die Stimmung allerdings langsam, die Spannung nimmt merklich von Kapitel zu Kapitel zu. Man ahnt, dass bald etwas passiert. Etwas, das Aufschluss darüber geben kann, warum es letztendlich zum Tod des Patienten und der damit verbundenen Familiensituation kommen konnte.


Manchmal spult man sein Leben zurück, um zu schauen, an welchem Punkt es noch eine andere Wendung hätte nehmen können. Aber manchmal gibt es gar nichts zurückzuspulen - man weiß es zwar selbst noch nicht, aber es spult nur noch vor. Man wollte, man könnte den Film anhalten... Hier, sagt man sich. Wenn ich hier etwas anderes gesagt hätte... etwas anderes getan hätte.


Die tatsächliche, für mich unerwartete, Auflösung kommt erst auf den letzten Seiten des Buches. Aber das Warten bis dahin lohnt sich!

Ein spannendes Familiendrama zu einem stets aktuellen Thema, ein Krimi/ Thriller, der ohne Blutvergießen oder großen Show down auskommt - ganz nach meinem Geschmack!




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