Donnerstag, 3. Mai 2012

Gelesen: Wachstumsschmerz

"Mängelexemplar" von Sarah Kuttner hatte mir ja nicht sooo gut gefallen. Dennoch bekam die Autorin eine zweite Chance, weswegen "Wachstumsschmerz" auch noch auf meinen Lektürenstapel wanderte.
 
Und, ehrlich gesagt, war das auch gut so: Das Buch hat mir nämlich gefallen! :-)
(Vorgestern Abend, obwohl totmüde, musste ich sogar unbedingt noch die letzten Seiten lesen, um endlich das Ende zu erfahren.)


"Wann ist denn nur alles so kompliziert geworden?", frage ich Rieke und mag nicht, wie abgenutzt diese Frage klingt. Dennoch stellt sie sich. In letzter Zeit immer lauter.


Luise ist Anfang dreißig, als sie mit ihrem Freund Flo auf die Suche nach der ersten gemeinsamen Wohnung geht. Man will ja schließlich auch endlich erwachsen werden! Und andere aus dem Freundeskreis heiraten sogar auch schon...


In sechs Stunden kommen die Umzugshelfer und werden all meine perfekt beschrifteten Kartons in den geliehenen Transporter schleppen, und dann fängt etwas Neues an. Ein spätes Erstes Mal. Es ist so schade, dass die Ersten Male so viel seltener werden, je älter man wird. Anfangs prasseln sie noch ungebremst auf einen ein, mit einer solchen Geschwindigkeit und Häufigkeit, dass man gar nicht dazu kommt, sie so richtig wahrzunehmen, geschweige denn zu schätzen. [...] So viel schon erledigt, gehabt, gesehen und gemacht. Ich habe schon Bäume gepflanzt, Geld verdient, Delphine gesehen und bin schneller als 250 km/h gefahren. [...]
Ist alles, was jetzt kommt, ausschließlich mit Nachwuchs und Nestbau verbunden?


Das neue, gemeinsame Leben ist allerdings gar nicht so einfach. Luise fühlt sich zunehmends unwohl, die Gedanken kreisen und im Kopf stellen sich tausen Fragen, die einem z.T. selber auch recht bekannt vorkommen. 


Der erste Schritt von den drei offiziellen, Zusammenziehen, Heiraten, Kinder kriegen. Das wird von uns Liebenden erwartet. Und vor lauter Schreck haben wir angefangen, das automatisch auch von uns selbst zu erwarten. Emanzipation und "Generation y" hin oder her. Und wenn wir uns diesbezüglich nicht richtig sicher sind, fühlen wir uns schlecht. Weil wir doch sollten.

 
Man merkt nach dem Zusammenziehen leider schnell: Das kann nicht gut gehen!
Und dann bangt man um Luises Beziehung zu Flo, und hofft, dass sie die richtigen Entscheidungen trifft...


Fazit: Ein Buch für alle in der "Quarterlife-" oder "Thirdlife-Crisis". *zwinker*



Kommentare:

  1. Ich hab bisher noch keines ihrer Bücher gelesen. Vielleicht sollte ich das aber mal tun, mag sie nämlich eigentlich sehr gern :)


    Liebe Grüße
    Anne

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  2. Da ich keinen Fernseher (mehr) habe, kenne ich sie vom TV kaum.
    Da aber behauptet wird, dass ihr Schreibstil ihrem Sprechen sehr nahe kommt, würden dir ihre Bücher von daher sicherlich gefallen...

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