Donnerstag, 5. Juli 2012

Gelesen: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Kennst du schon Allan - Münchhausen -Karlsson? - Den Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand? Nicht???
Dieses Buch tummelt sich doch nun bald schon fast ein ganzes Jahr in den Bestsellerlisten, quasi seit der dt. Herausgabe im August 2011.Wo sind die zigtausend Leute, die seitdem Woche für Woche dieses Buch gekauft (und gelesen) haben?




Ich muss ja gestehen, dass mich solche Bestseller-Erfolge immer etwas skeptisch machen. Während scheinbar alle Welt um mich herum d-e-n neuen Bestseller liest (denn wer, wenn nicht alle anderen?), betrachte ich die Bestsellerliste Woche für Woche argwöhnisch und frage mich: "Soll ich auch?" Die Neugier ist meist ja da, denn irgendwas muss (!) d-e-r Bestseller ja haben... warum wäre er sonst so beliebt?

Völlig verspätet also wanderte "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" aus der Stadtbibliothek auch in meine Hände und begleitete mich die letzten Wochen in der S-Bahn, der Mittagspause oder als Bettlektüre:

Allan Karlsson, der die letzten Monate ruhig in einem Seniorenheim verbracht hat, beschließt genau an seinem 100. Geburtstag vor dieser Ruhe und den Gästen, den Ärzten und Schwestern, seinen Mitbewohnern, dem Bürgermeister, der sich zum Gratulieren angekündigt hat und der Presse zu fliehen.
Kurzerhand steigt er daher aus dem Fenster und verschwindet Richtung Busbahnhof. Ohne wirklich zu wissen warum, lässt er dort noch einen Koffer (voller Geld) mitgehen und bucht spontan eine Busfahrt ohne bestimmtes Ziel...
Dies ist der Anfang einer wilden Reise, in der weitere skurrile Personen Allans Weg kreuzen werden - manche davon werden diese Begegnung allerdings nicht überleben. Parallel zu seiner Flucht/ Reise werden auch noch die vergangenen 100 Lebensjahre in Rückblenden beleuchtet. Dabei merkt man schnell, dass es Allan faustdick hinter den Ohren hat und so manches politische Ereignis wahrscheinlich nicht so verlaufen wäre, wenn Allan nicht... tja, wenn er zum Beispiel nicht...

"Bitte, Herr Karlsson", unterbrach ihn Staatsanwalt Ranelid. "Wenn ich Sie auf Knien anflehe - sind Sie dann endlich mal still?"
"Da müssen Sie mich doch nicht auf Knien anflehen, Herr Staatsanwalt. Ich werde still sein wie ein Mäuschen, das verspreche ich. In meinen hundert Jahren ist mir die Zunge nur zweimal ausgerutscht, einmal, als ich dem Westen erzählt hab, wie man eine Atombombe baut, und einmal, als ich es dem Osten erzählt habe."


Allan Karlssons Lebensgeschichte und seine Flucht/ Reise sind spektakulär, aber für mich zu abstrus. Viele werden die verschachtelten Ereignisse lustig finden, mir erschienen sie dagegen zu gestellt. Ich wurde zwar gut unterhalten, aber so richtig begeistert bin ich leider nicht. :-/

.
.
.

Der Autor Jonas Jonasson widmete dieses Buch übrigens seinem Großvater mit den Worten:
Niemand konnte ein Publikum so in den Bann schlagen wir Großvater, wenn er mit dem Pfriem im Mund und leicht auf seinen Stock gestützt auf seiner Holzbank saß. "Ja, aber... ist das denn wirklich wahr, Opa?", fragten wir Enkel dann immer ganz hingerissen. "Wenn ein'n man jümmers bloß de Wohrheit vertellt, denn is dat de Tid nich wert, dat je em tohört", antwortete Großvater.
Das war für mich eigentlich die schönste Stelle des Buches. :-)




PS: ABER: Ich mag solche Buchtitel à la "Kim Novak badete nie im See von Genezareth". ;-)

1 Kommentar:

  1. hey liebes,
    dein blog ist sehr süß gestaltet !daumen hoch dafür.

    Ich mache grad ein Gewinnspiel und würde dich herzlich einladen :)

    LG
    Gold

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...