Donnerstag, 28. März 2013

Gelesen: Wunsiedel

Zugegeben, hier ist mir ein nicht gerade einfach zu lesender Roman in die Hände gefallen. "Wunsiedel", ein Theaterroman von Michael Buselmeier, ist mit seinen nur knapp 160 Seiten ein dichter Roman. Eine Lektüre, die ich nicht mal so eben zwischendurch in der S-Bahn geschafft habe, sondern eine, für die ich mir bewusst Zeit nehmen musste.




Warum?
In den 60er Jahren kommt der Ich-Erzähler für ein Theaterengagement nach Wunsiedel. Seine Bearbeitung des "Götz von Berlichingen" wird allerdings in letzter Minute als zu intellektuell abgewiesen, und so bekommt er nur kleine, unbefriedigende Nebenrollen. Zudem ausgegrenzt durch seine Schauspielkollegen fristet der junge Ich-Erzähler ein zehnwöchiges Dasein, das geprägt ist durch Heimweh und Frust. Das Verlassenwerden durch die Freundin ist nur ein weiterer Punkt in einer Reihe von Talfahrten.

"Wunsiedel" erzählt die Geschichte eines Scheiterns und parallel dazu die einer Neuorientierung. Die Stimmung dabei ist vorrangig düster, man leidet mit und wartet auf eine Lösung aus der privaten und beruflichen Misere.
Wären zwischendurch nicht die Passagen des Ich-Erzählers, der nach über vierzig Jahren zurück nach Wunsiedel kommt, in denen er die Natur und Menschen dort mit Abstand zu früher neu wahrnimmt, würde der Lichtblick fehlen. Aber so ist es letztendlich ein positiver Roman, der einen Wendepunkt, eine Chance im Scheitern schildert.



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